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Allgemeine Informationen

Warum Supervision?

Supervision gilt inzwischen auch unter erfahrenen Homöopathen/innen als wichtige Hilfe in schwierigen Situationen in der Praxis. Für viele ist Supervision jetzt schon zum regelmässigen Bestandteil ihrer Fortbildung geworden.

Welche Kompetenzen brauchen Homöopathen/innen in der Praxis?

Kompetente Homöopathen/innen besitzen nicht nur theoretisches Wissen und Verständnis für die homöopathischen Prinzipien, sondern sind auch in der Lage, diese Prinzipien in der Praxis anzuwenden, und zwar bei Fallaufnahme, Fallanalyse, Repertorisation, Mittelwahl und der längerfristigen Handhabung von Fällen. Sie beurteilen regelmässig die Wirksamkeit ihrer Vorgehensweise.

Gleichzeitig sind sie in der Lage, effektiv mit Patienten zu kommunizieren und Behandlungsstörungen frühzeitig zu erkennen.

Kompetente Homöopathen/innen erkennen ihre eigenen Grenzen, wie auch die Grenzen ihrer Methode, bilden sich regelmässig nicht nur homöopathisch fort, sondern auch im Bereich schulmedizinischer Diagnostik und Therapie.

Supervision oder Intervision?

Intervision ist eine kollegiale Beratungsform, die in ihrem Anliegen der Supervision nahe ist. Im Unterschied zur Supervision wird die Intervision nicht von einer Person geleitet, sondern reihum. Diese Form der Fortbildung hat Vor- und Nachteile.

Zu den Vorteilen zählen, dass sie preisgünstig ist und jeder Teilnehmer die Gelegenheit hat, selbstverantwortliches Lernen einzuüben und auch eigene Erfahrungen im Leiten einer Gesprächsrunde zu sammeln.

Zu den Nachteilen gehört, dass gerade bei Anfängern die Motivation der Teilnehmenden und damit die Produktivität einer solchen Gruppe erfahrungsgemäss nach anfänglicher Begeisterung schnell nachlässt. Diese Form der Fortbildung eignet sich daher vor allem für fortgeschrittene Praktiker.

Supervision in der Homöopathie

Man kann zwischen homöopathie-spezifischer Supervision, und allgemeinen Methoden der Supervision unterscheiden.

Homöopathie-spezifische Supervision

Bei der homöopathie-spezifischen Supervision steht die Anwendung homöopathischer Prinzipien und Arbeitsweisen in der Praxis im Zentrum.

Hierbei geht es hauptsächlich darum, das individuell passende Mittel zu finden. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen dabei die verschiedenen Formen und Methoden der Fallaufnahme, Fallanalyse, Repertorisation, die vergleichende Materia medica und weitere methodische Fragen.

Diese homöopathie-spezifische Supervision ist ein wichtiger Teil der Supervision für Homöopathen/innen, stellt doch die Auffindung des "ähnlichsten" Arzneimittels, meist die erste grosse Hürde dar, die es zu nehmen gilt.

Zum homöopathie-spezifischen Teil der Supervision gehört auch die regelmässige Evaluation der eigenen Vorgehensweise. Die Analyse nicht nur von problematischen, sondern gerade auch von gut gelaufenen Fällen trägt entscheidend dazu bei, die individuellen homöopathischen Kompetenzen zu erweitern (Stichwort: Reflexive Praxis).

Allgemeine Methoden der Supervision

In vielen Fällen spielen jedoch zusätzlich auch noch andere Aspekte eine Rolle, wie z.B. Behandlungsstörungen durch unbewusste Prozesse oder Verhaltensweisen.

Oft sind es gerade solche Aspekte, die die Begegnung mit Patienten einfach oder schwierig gestalten. Hier können auch in der Homöopathie Methoden der Supervision, die in anderen Berufen entwickelt worden sind, ungemein hilfreich sein, z.B. das Hinterfragen des eigenen Rollenverständnisses, oder sich auf Konzepte wie Übertragung und Gegenübertragung einzulassen. Zu beachten ist jedoch, dass Supervision keinen Ersatz für eigene Selbsterfahrung oder Therapie darstellt.

Die Schärfung der eigenen Wahrnehmung hat wiederum Rückwirkungen auf die homöopathie-spezifische Kompetenz. Ist man z.B. mit den eigenen unbewussten Reaktionen auf Patienten vertraut, ergeben sich daraus häufig wertvolle Hinweise zur Mittelfindung; das individuelle homöopathische Fallanalyse-Instrumentarium wird so weiter verfeinert.

Grenzen der Behandlung

Eine wichtige Aufgabe von Supervision ist auch, immer wieder die Aufmerksamkeit auf die Grenzen der Behandlung zu lenken, die sich sowohl aus den therapeutischen Rahmenbedingungen einer homöopathischen Praxis, als auch aus den individuellen Kompetenzen der Beteiligten ergeben. Hierzu gehören ebenso Fragen der Aus- und Weiterbildung in schulmedizinischer Diagnostik und Therapie.

Und auch die Homöopathie als Methode hat ihre Grenzen: wo die Lebenskraft nicht mehr in der Lage ist, die Gesundheit wieder herzustellen, kann die homöopathische Behandlung lediglich begleitend oder palliativ eingesetzt werden.

Selbst-Management

Last, but not least, ergeben sich durch Supervision auch wertvolle Erkenntnisse für die selbständige Führung einer homöopathischen Praxis auch durch das Einüben von Strategien des Lernens, Praxismanagement, Projektmanagement und Zeitmanagement.

© Ulrike Kessler | Consulting, Design + Services: Enrico Sitelli *